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Buchtipps

1714 fand in Les Diablerets, heute ein beliebtes Wintersportgebiet in den Walliser Alpen, ein großer Felssturz statt, dessen Spuren bis heute zu sehen sind. Der Roman erzählt von diesem Felssturz, der die Alp Derborence unter sich begräbt. Er erzählt von Thérèse und Antoine, die erst seit kurzem verheiratet sind. Antoine hat in einer halbzerstörten Berghütte überlebt und konnte sich befreien. Das Dorf hält den abgemagerten und verwirrten Mann für einen Geist, einer schießt auf ihn. Aber Thérèse lässt sich davon nicht abschrecken. Ihre Liebe zu Antoine holt ihn zu den Lebenden zurück.

Gipfelstürmer erzählt die Geschichte einer der ersten Besteigungen des Mont Blanc. Bereits 1760 lobte der Genfer Naturforscher Horace Bénédict de Saussure eine Belohnung für die Erstbesteigung aus. Am 3. August 1787 stand er tatsächlich auf dem Gipfel, wovon das Bilderbuch aus der Sicht eines Hundes erzählt. Das ist künstlerische Freiheit, denn der erste Hund, dem das aus eigener Kraft gelang, war erst am 24. Juli 1875 oben.

Innerleit im Tiefenthal nennt sich der imaginierte Hof, der an der Vegetationsgrenze in einem Südtiroler Tal angesiedelt ist. In den 1940-er Jahren und später wird er von Rosa, der „Mona Lisa des Tiefenthals“ bewirtschaftet, in den 1970-er Jahren übernimmt ihr Sohn Sepp, der sich für wirtschaftliche Erneuerung im Tal einsetzt. Inzwischen hat die nächste Generation das Sagen und steht einmal mehr vor der Frage Aufhören oder Weitermachen? Ein Heimat- und Bergroman, der auch wegen seines Blicks auf den Alpentourismus lesenswert ist.

Als Touristen kommen Wieke und Ken in ein italienisches Bergdorf oberhalb des Lago Maggiores. Kens Vormundin Xandra ist die neue Partnerin von Wiekes Papa. Sie nahm Ken kurzerhand in den Urlaub mit, wovon er ebenso wenig begeistert ist wie Wieke. Ihre Gemeinsamkeiten beschränken sich allerdings darauf. Wieke kann ihre Abneigung gegen Xandra und Ken nicht einfach ablegen und vermiest sich ihre Ferien selbst. Die Berge sind eine Metapher für Sorgen und Probleme, die keine Ferien kennen, zugleich dienen sie als Folie für (un-)angemessenes Verhalten – sei es in den Bergen oder daheim.

Geduld und angemessenes Verhalten auf der Fotojagd nach einem Schneeleoparden sind die Metathemen des autobiografischen Romans des französischen Globetrotters Sylain Tesson (In den Wäldern Sibiriens/Auf versunkenen Wegen). Damit aufgrund des Buches keine Flintenjäger angelockt werden, muss die Crew bei ihrer Planung und Durchführung in absoluter Verschwiegenheit agieren. Und auf der Lauer nach dem Fotomotiv ebenfalls, was für den Vielredner Tesson eine besondere Herausforderung darstellt. Nature Writing, Kontemplation und Artenschutz gehen hier eine lesenswerte Verbindung ein.

Sommerferien. Wales statt Andalusien. Tantenurlaub statt Strandurlaub. Wobei es das Meer auch in Conwy gibt. Das Meer, eine Brombeerhecke und den Fuchsmann Robin Goodfellow. Magische Ferien warten auf Portia und alle Leser*innen.

Die Corona-Fallzahlen sinken, die Masken bleiben erhalten. Das Bilderbuch für Kinder ab zwei Jahren lädt dazu ein, das Lachen in den Augen der anderen zu sehen.

„Neue Gedichte aus zwanzig Jahren“, in denen Ulla Hahn an ihrem vierbändigen autobiografischen Romanzyklus über ihr literarisches Ich Hilla Palm schrieb: Gestaltete Sprache zum Innehalten und eigenen Verflechten. 

Nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2021. Asal Dardan, geboren 1978 in Teheran, reflektiert in ihrem biografischen Essay persönliche transkulturelle Erfahrungen, die auch gesellschaftliche „Überquerungen“ ermöglichen.

Ein Bilderbuch aus Japan, das auch hierzulande Lust macht, es einmal mit eigenen Tomaten zu versuchen: Die kleine Hana hegt und pflegt ihre Tomatenpflanze, sogar in die Ferien nimmt sie sie mit. Dort pflanzt sie den Tomatenstock in den Gemüsegarten ihrer Oma und wartet sehnsüchtig darauf, endlich ihre eigenen Tomaten ernten zu können.