Details

ISBN/EAN: 978-3-86648-758-1
Einband: gebundenes Buch
Weitere Details
Originaltitel:
El Ojo de Goliat
Übersetzer:
Kirsten Brandt
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
205 S.
Format (T/L/B):
1.9 x 21 x 13.4 cm

Hersteller:
mareverlag eG
mare@mare.de
Pickhuben 2
DE 20457 Hamburg


Weitere Details arrow_forward_ios
22,00 €

Lieferbar innerhalb 24 Stunden

Unser Tipp für Sie

Wenn Sie einen flockigen Urlaubsroman suchen, in dem sich Beschreibungen idyllischer Landschaft mit sanft-philosophischer Betrachtung und kuscheligen Teeplätzchen-Dialogen abwechseln, dann machen Sie besser einen großen Bogen um dieses kleine Buch. Denn das hat es in sich.

Der kriegsversehrte Ingenieur David Bradley übernimmt die Aufgabe, den Zustand des stillgelegten Leuchtturms "Goliath" auf einer winzigen Felsinsel weit vor der Küste Feuerlands zu inspizieren. Der letzte Leuchtturmwärter war der Professor für Naturwissenschaften Evans gewesen, einem zu lebenslanger Haft verurteiltem Mörder, der Frau und Tochter erstickt und dann einbalsamiert jahrelang unbehelligt in seinem Haus "ausgestellt" hatte. Wie sich herausstellt, ist Evans unschön auf der Insel gestorben und Bradley findet sein Grab vor - aufgeschichtet wohl vom meist schwer betrunkenen Kapitän des Versorgungsschiffs, das Bradley zwar zur Insel übersetzt, zum verabredeten Zeitpunkt der Abholung jedoch nicht erscheint. Dann bricht endloser Sturm los.

Das Wasser geht aus, die Vorräte verderben. Bradley ist, als kämen seltsame und keineswegs freundliche Besucher auf den Felsen. Mehr und mehr bestimmen die Geister einer traumatischen Vergangenheit das Geschehen. Und dies ist nur der eine Teil dieses Romans - der zweite entwickelt ein kleines Panoptikum der Psychiatrie der Zwischenkriegszeit.

Der Autor Diego Muzzio schreibt neben Romanen Kurzprosa und Gedichte und das ist zu spüren: Seine Sprache, das ist auch in der Übersetzung erhalten geblieben, ist knapp, trocken, dabei lyrisch. Ohne Schnörkel beschreibt er wahnhafte Erscheinungen, Angst, Gewalt und pures Grauen. Genauer gesagt beschreibt er nicht, er stellt fest. Gasangriffe in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs, klaustrophobische Zustände, fragwürdige psychiatrische Versuche - ein Sturm von einem Buch.

Empfohlen von Carsten

Beschreibung

Edinburgh in den 1920ern: Der Psychiater Dr. Pierce erprobt innovative Hypnosemethoden an seinen Kriegsversehrten Patienten, als eines Nachts der Vorstand des Northern Lighthouse Board an die Pforten seiner Nervenheilanstalt klopft. Er ersucht Heilung für den Ingenieur David Bradley. Seit Bradley von der Inspektion des argentinischen Leuchtturms Goliaths Auge zurückgekehrt ist, verfällt er, kaum von seiner Zwangsjacke befreit, stumm in manische Schwimmbewegungen. Einziges Zeugnis der vergangenen Wochen ist sein Tagebuch, das Grausames erahnen lässt. Dr. Pierce ist fasziniert - Bradleys Heilung soll ihm als sein Meisterstück zu internationaler Anerkennung verhelfen. Doch auch seine eigene Vergangenheit wirft schwarze Schatten, und je tiefer er sich in den Fall versenkt, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Psychiater und Patienten, zwischen Wahn und Wirklichkeit.

Über Diego Muzzio

Diego Muzzio, geboren 1969 in Buenos Aires, studierte Literatur und Fremdsprachen. Als Autor von diversen Gedichtbänden, Kurzgeschichten und Romanen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sein Roman 'Goliaths Auge' wurde in fünf Sprachen übersetzt und mit dem Kónex Foundation Award (2024) und dem Medifé Filba Foundation Award (2023) prämiert. Muzzio lebt heute in Le Mans, Frankreich.