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ISBN/EAN: 978-3-627-00343-2
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
352 S.
Format (T/L/B):
3 x 21 x 13.5 cm

Hersteller:
Frankfurter Verlagsanstalt GmbH
literatur@fva.de
Arndtstraße 11
DE 60325 Frankfurt am Main


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Unser Tipp für Sie

Franziska Hauser gelingt es in 'Am Ende der Kleinigkeiten' über ein ernstes und schweres Thema einfühlsam und unterhaltsam zugleich zu schreiben.
Sie erzählt von einer äußerst schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung. Sie erzählt vom Leben und Aufwachsen in einer alternativen Gemeinschaft, von sozialer Herkunft und vom Theater.

Der Roman handelt von Vernachlässigung, Abhängigkeit und Ausbeutung, aber auch von Verantwortung, Freiheit, Solidarität und Liebe. Eben um all die Kleinigkeiten zwischen den Gegensätzen des Lebens.

Die liebenswerte Ich-Erzählerin Irma wächst bei ihrer narzisstischen und toxischen Mutter auf. Die beiden leben in einer alternativen Kommune die 'Zeugland' heißt und Irma wird weniger von ihrer Mutter, sondern mehr von der Gemeinschaft großgezogen.
Im Alter von 15 Jahren flieht Irma in die nächste Großstadt. Sie möchte ihr altes Leben hinter sich lassen.

Ich hatte geglaubt, in der Stadt gebe es alles. Hier war doch die Kommt-vor-Zone. Hier konnte man auch duschen, wenn das Holz für den Badeofen leer war. [...] In die ganze Welt konnte man von hier aus.

Zitat Seite 37

In der Stadt landet Irma zufällig beim Theater. Dort bekommt sie eine Chance, ergreift diese, baut sich ein eigenes Leben auf und wird doch immer wieder von den Erinnerungen eingeholt.
Sie erlebt Dramen nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne und erkennt, sie kann ihr Leben nicht nur spielen, sondern muss sich der Vergangenheit stellen und das Leben selbst in die Hand nehmen.

So Leute, wir wollen hier Theater machen, könnte mal bitte jemand zur Bühne kommen und das echte Leben rausschmeißen?

Zitat Seite 138

Franziska Hauser hat ihre Ich-Erzählerin mit ordentlich Lebenspragmatismus und viel Resilienz ausgestattet.
Mit erstaunlicher und überraschender Lässigkeit, stets warmherzig, erzählt die Autorin Irmas Geschichte.

Empfohlen von Lena

Beschreibung

Irma will raus aus den Rollen, die andere ihr zuschreiben - ein warmherziger, emotionaler und kraftvoller Roman über den Mut zum Neuanfang, kämpferische Mutterschaft und die Suche nach der eigenen Stimme. Vor ihrer Mutter nach Berlin geflüchtet, strandet die junge Irma vor dem Theater. Dass sie bald schon auf der Bühne steht, hat sie nicht zu hoffen gewagt. Der Alltag am Theater ist weniger glamourös als erwartet, und doch aufregend anders als die alternative Siedlungsgemeinschaft, in der die vaterlose Irma aufgewachsen ist. Da ist die Star-Schauspielerin Blanda, Helene, die Irma bei sich aufnimmt, und der exzentrische Regisseur Taron Capla, der ihr eine wichtige Chance gibt. Irma stolpert durch die Dramen auf und hinter der Bühne, während sie von ihren Erinnerungen eingeholt wird. Die schmerzlichste ist jene an ihre Mutter, ihr warmes Strahlen, ihre kalte Verachtung. Als Irma ihre Rolle so zu sprechen beginnt, wie ihre Mutter sie gesprochen hätte, erntet sie von allen Seiten Applaus. Und doch wird klar: Sie muss aufhören, ihr Leben nur zu spielen, und den Fluch brechen. Franziska Hauser schreibt über das, was Mütter und Töchter, Freiheit und Abhängigkeit, den Einzelnen und die Gemeinschaft verbindet und abstößt - und über all die schönen und schrecklichen Kleinigkeiten dazwischen. Mit viel Witz und in direktem Ton umarmt sie ihre Figuren und fordert sie heraus, sich zu zeigen. Ein Roman über Wunden, die nie heilen, und Wunder, die trotzdem passieren. 'Hier werden keine Kleinigkeiten verhandelt. Hier wird von Gewalt und Mutterschaft, von Hingabe und Demütigung erzählt. Und dabei gelingt Franziska Hauser etwas Unglaubliches: Zwischen all das setzt sie behutsam ein Mädchen, das zur Frau wird. So durchlässig, dass sie mir das Herz öffnet. Ich darf mit Irma wachsen und heilen. Ich liebe diese Irma. Ich liebe dieses Buch!' Maren Wurster

Leseprobe

'Plötzlich wurde die Rolle ganz leicht. Ich musste den Text nur sagen, wie sie ihn gesagt hätte. Du hast die Rolle geknackt, sagte Helene bei der nächsten Probe. Die Schwierigkeit war nur, sie nach der Vorstellung wieder loszuwerden. Ich dachte, ich müsste so lange in den Garderobenspiegel starren, bis meine Mutter aus meinem Gesicht verschwunden wäre. Aber das funktionierte nicht. Meine Mutter saß hinterm Spiegel.'