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27.02.2025
Deutsch
224 S.
2.2 x 21.1 x 13.5 cm
Frankfurter Verlagsanstalt GmbH
literatur@fva.de
Arndtstraße 11
DE 60325 Frankfurt am Main
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Milos, August 2012. Ein junger Mann beobachtet eine Frau beim Tanzen. Er ist noch einmal mit seinen Eltern im Familienurlaub, sie mit ihrem Mann dort. Am Ende des Abends tanzen sie miteinander, ein flüchtiger Kuss, ein kurzes verschränken der Hände.
Berlin, April 2019. Durch Zufall begegnen sie sich wieder. Sie ist geschieden und Mutter einer Tochter, er hat sich gerade mit zwei anderen selbstständig gemacht. Diesmal verbringen sie die Nacht miteinander. Ein Wochenende. Ein zaghaftes Hoffen, es möge kein Zwischenspiel sein, "sondern ein Auftakt, ein Auftakt zu Wasauchimmer." (S. 124)
Berlin, Juni 2020. Corona hat die Stadt im Griff. Ronya, die Tochter, hasst es, wenn Freunde gehen müssen. Eine Idee nimmt Gestalt an: Wie wäre es, wenn David bei Mutter und Tochter einzöge?
Berlin, April 2023. David wünscht sich ein gemeinsames Kind. Luisa will nicht, will doch, weiß nicht, was sie will. Es klappt nicht. Sie entscheiden sich für eine Kinderwunschbehandlung.
Milos, Oktober 2023. Der zehnte Blick auf die Beziehung von David und Luisa. Das Weiter ...
Zehn Bilder einer Liebe von Hannes Köhler ist ein bemerkenswerter Roman, der Video-Spot-artig die bewegende Liebesgeschichte zwischen einem fürsorglichen Mann und einer Frau erzählt, die ihre "Brave-Mädchen-Angst" zum Kotzen findet (S. 131). Zugleich ist er eine zeitgemäße Studie über Beziehungen aller Art: zwischen Männern und Frauen, Freunden und Freundinnen, Schwiegermüttern und Schwiegersöhnen, Eltern und Kindern – und zwischen Ost und West, denn Luisas Mutter pflegt ihre eigene Ostalgie. Nicht zuletzt ist er eine ehrliche Patchwork-Familiengeschichte, in der nach dem Status zur vorhandenen Tochter gefragt wird: Stiefvater? Bonuspapa? Oder nur geduldeter Partner der Mutter? Davids zunehmender Kinderwunsch dient als verbindende Erzählklammer und weiteres Beziehungs- und Belastungsthema, obendrein macht er den Roman zu dem herausragenden Werk gegenwärtiger Literatur, der er ist.
Davids Gedanken, weshalb ihm Ronya "nicht genug" ist, haben mich berührt, ebenso seine Reflektion über die Erfahrungen während der Kinderwunschbehandlung. Ich habe schon andere Romane zu diesem Thema gelesen, aber keinen wie diesen. Und nicht deshalb, weil darin gegendert wird. Lesen Sie ihn, es lohnt sich!
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