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26.02.2026
Deutsch
272 S.
2.2 x 18.5 x 12 cm
Ullstein Buchverlage GmbH
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Unser Tipp für Sie
Lang wie eine Bohnenstange. Knackende Gelenke. Strähniges Haar. Mit einer Vorliebe für schwarz. Und Ego-Shooter. Das ist Klapper mit 15.
14 Jahre später - 2025 - ist der Computernerd Thomas IT-Sicherheitsbeauftragter, sein liebster Mitbewohner Yumi, ein Reiskocher.
Doch Klapper ist viel mehr als das. Die Pubertät und sein Äußeres verhalfen ihm als Schüler zu seinem Namen. Mit seinen Eltern wohnt er am Rand des Neubaugebiets einer Kleinstadt. Einige Straßen weiter stehen die Häuser der wohlhabenderen Familien. Dazu reicht das Geld bei Klappers Eltern nicht, obwohl sie alles dafür tun, den Schein zu wahren.
Dass Klapper in seiner Klasse am Rand steht, dafür sind die Pubertät und er selbst verantwortlich. Der Platz neben ihm ist frei. Ablageort für die Atlanten, wenn sie nicht gebraucht werden. Das ändert sich in dem Schuljahr, in dem Bär neu in die Klasse kommt und Klapper 16 wird. Sie setzt sich dort hin und bleibt - zu Klappers Überraschung und der seiner Mitschüler:innen - da sitzen. Bär ist ein Jahr älter, sie muss wiederholen. Rauchen, kiffen und ihre turbulente Familie könnten Gründe dafür sein. Aber letztlich sind sie nicht wichtig. Bär ist es. Denn Bär ist so ziemlich das Gegenteil von Klapper. Mag Deutschrap, wie die Prolls auf dem Schulhof. Klapper steht auf Thrash Metal. Band-T-Shirts sind sein Markenzeichen. Trotzdem werden sie am letzten heißen Tag des Jahres so was wie Freunde.
Es war skurril. Zwei Aliens bei Sonnenaufgang. Sie nickte in Richtung des Hügels zur Schule. Dann ging sie los, und Klapper folgte mit einem unsichtbaren Lächeln auf den Lippen.
Zitat Seite 36
Fortan gehen sie gemeinsam zur Schule. Die Pausen verbringt Bär in der Raucherecke, während Klapper allein in der Ecke steht. Den Nachhauseweg treten sie wieder gemeinsam an.
Ziemlich schnell erkennt Bär, dass Klapper etwas kann, was sie nicht kann: Maps generieren. Er ist sogar ziemlich gut darin. Bär teilt die Begeisterung für Ego-Shooter, eigene Spiele-Maps zu generieren, gelingt ihr nicht. Dafür braucht sie Klapper. Der kommt und hilft ihr. Ihr Vater serviert Krümeleistee. Klapper ist beeindruckt, wie sehr sich Bärs Familie von seiner unterscheidet. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. In Bärs Familie ebenso wie in Klappers.
Klapper ist ein Beobachter, ein Haderer ist er auch. Er hadert mit sich, seinem Aussehen, seinen spießigen Eltern, selbst seiner Freundschaft zu Bär. Es nervt ihn, dass er kommt, wenn sie ihn ruft. Trotzdem, die Freundschaft tut ihm gut, lässt ihn innerlich wachsen. Allerdings ganz anders als gedacht ...
Klapper spürte die Augen der Teenager, die ihn wie kleine Magneten verfolgten, und wusste, dass er gerade etwas tat, wozu keiner von ihnen auch nur annähernd in der Lage gewesen wäre.
Zitat Seite 236
In seinem Debütroman erzählt Autor Kurt Prödel die Geschichte Klappers auf zwei Zeitebenen - 2011 und 2025 - stringent nach vorne. Diese äußerst gelungene, launig-differenzierte literarische Beobachtung eines jungen Gamers wurde bereits mit der Nominierung für die Kategorie 'Neue Talente' des Deutschen Jugendliteraturpreises gewürdigt. Dass Gamer, zumal Ego-Shooter-Spielende, mehr als potenzielle Amoktäter sind, zeigt er bravourös. Denn es gibt viele wie Klapper. Kurt Prödel weist uns darauf hin, wenn wir den Coming of Age-Roman lesen.
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