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Anna Schilling
17.07.2025
Deutsch
144 S.
1.5 x 21.4 x 15.4 cm
Beltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG
service@beltz.de
Werderstr. 10
DE 69469 Weinheim
Inseltage mit Rosa
Mit Bildern von Anna Schilling. Nominiert für den Jugendliteraturpreis
Lieferbar innerhalb 24 Stunden
Unser Tipp für Sie
Es gibt Erfahrungen, die möchte niemand machen. Einen Autounfall verursachen, bei dem ein Kind stirbt. Dennoch geschehen sie.
"Papa fährt nicht Auto, wenn er müde ist", sagte ich. Er hatte es mir hoch und heilig versprochen. Nicht mal, wenn er seine Tochter von einer Insel retten musste, würde er übermüdet Auto fahren. Er nicht. (...)
Ob mein Vater ihr von dem Unfall erzählt hatte? Von dem einen schrecklichen Fehler, der einen kleinen Unachtsamkeit, die ausgereicht hatte für eine Katastrophe?Zitat Seite 106
Die Katastrophe ist, dass Rosa tot ist. Gestorben bei einem Autounfall. Und ihre beste Freundin Linnea darf nicht einmal an der Beerdigung teilnehmen. Je mehr Zeit seitdem vergangen ist, desto mehr zieht sich Linnea von der Außenwelt zurück. Geht nicht mehr zur Schule, spricht so gut wie nicht mehr, isst kaum noch. Ihr Vater ist hilflos, die Kindertherapeut:innen auch.
Ihre Oma Mu, mit der sie ein Wochenende auf einer finnischen Schäreninsel verbringt, auch. Und irgendwie auch nicht. Jedenfalls lässt sie Linnea gewähren. Vielleicht, weil sie selbst ohne Unterlass redet, vermutet Linnea. Aber je länger sie mit ihrer Oma zusammen ist, schlussendlich wird eine ganze Woche daraus, desto mehr entsteht in Linnea der Wunsch, ihrer Oma von Rosa zu erzählen. Von ihrem Kennenlernen, ihrer Freundschaft, ihren Begegnungen und ihrem Vermissen.
Leise platschte das Wasser, es ging ein Wind, der den Nebel vertrieben haben musste. Und über uns, weit, weit über uns, leuchteten abertausend Sterne. Ich dachte an Rosa und die Sternschnuppennacht, und auf einmal spürte ich, dass ich Mu von Rosa erzählen wollte.
Zitat Seite 128
Ganz leise fängt Linnea damit an. Und Mu hört zu. Stellt hier und da eine Frage. Aber vor allem ist sie da. Spürbar, verletzlich, nahbar.
Da merkte ich, wie Mu meine Hand nahm. Sie war ganz warm. Die Sterne und die Hand und der Wind und das Redenkönnen, das war alles zusammen ziemlich gut. Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit war etwas gut, obwohl Rosa nicht da war.
Zitat Seite 131
Wer das liest, wird getröstet. Wer es vorliest, auch. Denn Mareike Krügel erzählt, dass Katastrophen bewältigt werden können. Dass die ohnmächtige Überwältigung des Erlebten kein Schlusspunkt ist, sondern eine Phase, die vorüber geht. Aufs Buch bezogen heißt das, dass sie der Geschichte die Schwere nimmt, indem sie sie mit einer zugewandten Leichtigkeit erzählt.
Kinder fragen sich, was wäre, wenn? Mareike Krügel weicht dieser Frage nicht aus, sondern findet eine Antwort darauf.
Das ist Bibliotherapie, die Kinder und Literatur ernst nimmt. Auch dann, wenn Mu mal wieder gegen ihre eigene Angst reimt.
Umgeben von Wasser auf einer Insel
und ausgestattet mit Farbe und Pinsel
erschaffen die beiden Kunst gegen alles
und wappnen sich für den Fall des Falles.Zitat Seite 134
Was damit gemeint wird, wird nicht verraten. Lest es (vor), es lohnt sich! Denn 'Inseltage mit Rosa' erzählt eine traurig-schöne, Mut machende Großmutter-Enkelinnen-Feriengeschichte.
Empfohlen von Barbara