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Sayyidat al-Qamar
Claudia Ott
24.04.2025
Deutsch
336 S.
3.2 x 21 x 13.5 cm
Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH
info@schoeffling.de
Kaiserstraße 79
DE 60329 Frankfurt am Mai
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Unser Tipp für Sie
Nicht nur Menschen reisen, auch Bücher. ‚Herrinnen des Mondes‘ ist der erste Roman einer omanischen Autorin, der ins Englische übersetzt wurde. 2019 wurde er mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet. Mit der deutschen Ausgabe, die direkt aus dem Arabischen von Claudia Ott übersetzt wurde, eröffnet er den Lesenden eines weiteren Sprachraums die literarische Reise in die Geschichte des Omans von der Vormoderne bis in die 1980-er Jahre.
'Herrinnen des Mondes' ist kein Wohlfühlroman à la 1001 Nacht, sondern gleicht einer Reise ohne Resorts. Der Roman greift orientalische Erzähltraditionen auf, sprengt Zeiten, hinterfragt Traditionen und fordert unsere Lesegewohnheiten heraus, indem er die gesellschaftliche Entwicklung anhand einiger Bewohner eines Dorfes ausschweifend und mitunter sprunghaft erzählt. Die derart ausgelegten Handlungsstränge verdichten und verbinden sich ab etwa der Hälfte des Romans zu einem Erzählfluss. Sollten Sie bis dahin den Überblick verloren haben, empfehle ich Ihnen, das Nachwort zu lesen. Es hilft Ihnen, sich wieder zu verorten und nicht im Erzählstrom unterzugehen.
Im Wesentlichen kreist die Handlung um drei Schwestern, von denen eine den Ziehsohn einer ehemaligen Sklavin heiratet. Sie ist die heimliche Hauptfigur des Romans, der auch Tabus moderner und vormoderner Gesellschaften thematisiert: Sklavenhaltung, behinderte Kinder, okkulte Praktiken, Suizid.
Die Originalausgabe erschien bereits 1990. Bis zu seiner Übersetzung ins Deutsche dauerte es mehr als 30 Jahre. Es wäre interessant zu lesen, wie die Frauen heute leben. Als Tourist:innen erfahren wir das nicht.
Empfohlen von Barbara bei Literatur im Café am 05.06.2025