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ISBN/EAN: 978-3-520-76301-3
Einband: Halbleinen
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Auflage:
1. Auflage 2022
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
272 S.
Format (T/L/B):
2.5 x 21 x 13.3 cm

Hersteller:
Alfred Kröner Verlag GmbH & Co. KG
Alfred Klemm
a.klemm@kroener-verlag.de
Lenzhalde 20
DE 70192 Stuttgart
www.kroener-verlag.de

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Marie kommt heim

Roman, KrönerEditionKlöpfer

24,00 €

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Unser Tipp für Sie

Marie wuchs in den 1960-er Jahren in einem Wallfahrtsort auf. Ihre Mutter stammte aus einer Pilgerherberge. Ihr Leben kreiste um den Glauben, woran auch ihr Gatte nichts ändern konnte. Er war der erste Mann, der sich um sie bemühte und ihre erste Leidenschaft, die sie jedoch - mangels Aufklärung - überforderte und sich in Prüderie verwandelte. Nähe und Körperlichkeit erschreckten sie so sehr, dass sie sie fortan unterdrückte. Kein Wunder, dass das Verhältnis zu ihrer Tochter ambivalent bleib. Herzenswärme erfuhr Marie nur von ihrem Vater, der jedoch unerwartet starb. Achtjährig wurde Marie Halbwaise; noch am Sterbebett der Mutter spürt sie die Lücke, die er einst hinterließ. Kein Wunder, dass Marie nur einen Wunsch hatte: Weg von zu Hause, und zwar so bald und weit wie möglich. Das setzte sie in die Tat um und ist doch nicht glücklich dabei.

Ständig plagt sie das schlechte Gewissen, ihre Mutter nicht häufiger zu besuchen. Männern gegenüber verhält sie sich naiv und unemanzipiert. Keiner liebt sie so uneingeschränkt, wie es ihr Vater tat. Nach einer weiteren Enttäuschung beschließt sie, keine intensiven Gefühlsäußerungen mehr zuzulassen. Das ist kein Rückzug in eine religiös motivierte Prüderie wie bei ihrer Mutter, sondern ein Leben in Balance. Oder eines am Rande der Eintönigkeit, in das die Nachricht platzte, die Mutter liege im Sterben.

Widerwillig macht sich Marie auf den Weg nach Hause. Wobei Zuhause metaphorisch zu verstehen ist. Maries Elternhaus wurde verkauft, die Mutter lebt in einem Pflegeheim, ist verwirrt und nur bedingt ansprechbar. Dennoch kommt Marie heim. Auf dem Sterbebett lernt sie ihre Mutter neu kennen, fragt sich, wer und wie sie wohl früher war. Der Inhalt eines Kartons, den ihr eine Pflegekraft in die Hände drückte, gibt Aufschluss darüber. Und Marie stellt sich die Frage

"welchen Anteil hatte die Mutter selbst, so voller Schuldgefühle, die es nicht gewagt hatte, ihnen ihr Innerstes zu offenbaren? Die in ihrer Rüstung aus Konvention, Schuld und Pflichtgefühl gefangen gewesen war, ohne eine Chance zu sehen, sich daraus zu befreien? Wie nahm ein Kind eine Person wahr, die zwar nicht log, aber doch die Wahrheit mied, deren tiefsitzende Ängste spürbar waren und die doch so tat, als habe sie alles im Griff?" (S. 260)

Diese Fragestellung lässt sich nicht nur bei streng katholischen Familien anwenden. Parallelen finden sich auch bei anderen Glaubensrichtungen oder überall dort, wo Schweigen und Verschweigen die Atmosphäre prägen. Marie hat sie gerade noch rechtzeitig durchbrochen. Eine Aufgabe bleibt ihr dennoch: Ihr eigenes Leben.

Eine Empfehlung von Barbara

Beschreibung

Marie, Mitte vierzig, attraktiv. Nach einigen Irrungen und Wirrungen in der Liebe hat sie sich in eine ruhige Kleinstadt im Süden zurückgezogen und beschlossen, fortan seelisch unverletzt zu bleiben und keine Lebensrisiken mehr einzugehen. Eines Tages erhält sie einen drängenden Anruf der Schwestern aus dem Pflegeheim ihrer Mutter: Die hochbetagte Frau liege im Sterben und wünsche sich so sehr, ihre Tochter noch einmal zu sehen. Marie war schon lange nicht mehr daheim, einem Wallfahrtsort am Niederrhein, denn das Verhältnis von Mutter und Tochter war immer ein gestörtes, kompliziertes. Die Reise wird für Marie zu einer aufwühlenden Fahrt in die Vergangenheit, auch in die der Mutter. Gleichsam blättern sich zwei Lebensbücher auf. Erst zum Schluss finden beide das wieder Verbindende.

Über Schoog Bernadette

Bernadette Schoog, geboren in Kevelaer, studierte Kommunikations- und Literaturwissenschaften in Aachen und Freiburg, erste berufliche Erfahrungen als Dramaturgin am Bochumer Schauspielhaus unter Claus Peymann, danach in München und Basel. Ab Mitte der 1990er Jahre moderierte sie verschiedene Fernsehformate für ARD und SWR und lehrt seit Jahren Interviewführung und Präsentation am Seminar für Allgemeine Rhetorik in Tübingen. Seit 2008 führt sie eigene Gesprächsreihen mit Prominenten, z.B. >Schoog im Dialog. Autorin mehrerer Biografien aus der Kunstszene, etwa über Reinhold Würth, Frieder Burda, den Designer Peter Schmidt, das Brücke-Museum Berlin. Bernadette Schoog ist Mitglied im deutschen PEN.