Marie Käferchen
Marie hat ihre Stimme und ihr Instrument gefunden. Mit ihrer E-Gitarre fetzt sie lauthals über die Wiese, singt und spielt Punkrock, dass den anderen Wald- und Wiesenbewohnern Hören und Sehen vergeht: „Und Marie, in vollem Glücke, dreht den Regler noch ein Stücke, kreischt und grölt so ausgelassen – also echt, ist das zu fassen? (…) Krach ist es nur, so mein Verdacht, wenn man ihn nicht selber macht und nicht weiß, wie dieser geht, man ihn also nicht versteht (...)“
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Über Musik und Kunst auch, auch zwischen Generationen. Ein Beispiel ist das Bilderbuch über das selbstbewusste Käferchen. Es spricht Kinder schneller als ihre erwachsenen Bezugspersonen an. Während Kinder die Frech- oder besser Freiheit Maries schätzen, die auch in den Illustrationen Marie Rauers zum Ausdruck kommen, lehnen manche Erwachsene sie ab. Wer also Marie Käferchen verschenkt, drückt damit durch die Blume alias das Bilderbuch die eigene Toleranz aus.
Empfohlen von Barbara bei Literatur im Café am 22.05.2022