Das längste Tier der Welt
Ein Kind und ein Äffchen sitzen im Rund einer Manege und vertreiben sich die Zeit mit Malen. Eine Leine mit mehreren Bildern zeugt davon, dass sie mehr als genug davon haben. So viel, dass sie ihre Bilder gerne "gegen Bares" abzugeben bereit sind. Während des Malens lässt sich natürlich auch wunderbar quasseln und darin besteht der Charme der Geschichte von Klaus Cäsar Zehrer, großformatig, farb- und ausdrucksstark illustriert von Uli Krappen.
"Was meinste wohl,
was denkste dir:
Welches ist das längste Tier?" (S. 9)
Das Kind frägt und das Äffchen überlegt. Mit großen Augen und Stolz im Blick zählt es auf: " .. der Dachs? Der Fuchs? Der Stier? (...) Das Schnabeltier? ... Der Kakadu? (...) Das Känguru?" Mehr als 20 Tiere nennt es - und allein wegen dieser Aufzählung ist das Buch schon eine Wucht -, aber das gesuchte ist dennoch nicht dabei.
Nun folgt eine Doppelseite mit den aufgezählten Tieren und damit verlassen wir die Manege und staunen über einen kleinen Strauch mit einer süßen schweren Frucht: der Erdbeere. Sie läutet einen phantastischen Erzählreigen ein. An heißen Tagen bezaubert sie als Erdbeereis, das sich fortan in immer ausgefalleneren und längeren Komposita versteckt.
Mit ihnen reisen wir auf einen Berg, dort gibt es ein Haus, einen Hund, eine Hundeleine, eine Tasche und noch viel mehr, was munter aneinander gereiht einen überbordenden, fantastischen Zungenbrecher-Wortschatz nach sich zieht, der es in sich hat. Und - natürlich - das längste Tier der Welt!
Wem gelingt es, die Wörter "unfallfrei" auszusprechen? Wer merkt sie sich? Kinder ab fünf Jahren vermutlich leichter als die vorlesenden Erwachsenen.
Das ist Sprachförderung par excellence und Vorlesespaß mit Pfiff!
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