Meine Schwester, die Serienmörderin

Zwei nigerianische Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ayoola ist das Lieblingskind der Mutter, unglaublich schön - außerdem hat sie die Angewohnheit, ihre Männer umzubringen. Korede ist eher praktisch veranlagt und dafür zuständig hinter ihrer Schwester aufzuräumen: die Krankenschwester kennt die besten Tricks, um Blut zu entfernen, und ihr Kofferraum ist groß genug für eine Leiche. Doch dann verliebt sich Tade, der sensible und immer gut gelaunte Kinderarzt aus dem Krankenhaus, in Ayoola, der doch eigentlich für Korede bestimmt ist. Jetzt muss sich die Protagonistin fragen, wie gefährlich ihre Schwester wirklich ist - und wen sie hier eigentlich vor wem beschützt.

Auch wenn der Roman von @oyinbraithwaite relativ grell anfängt, nämlich mit Korede, die nach Ayoolas drittem Mord den Boden einer fremden Wohnung von Blut zu befreien versucht, sollte man sich nicht täuschen lassen. Die nigerianisch-britische Autorin schreibt temporeich, mit viel scharfem Humor, sarkastisch und kurzweilig. Nebenbei gibt der Roman tiefe Einblicke in den nigerianischen Alltag der Hauptfiguren, in dem Korruption und männliche Dominanz immernoch eine große Rolle spielen. Der Roman, der sowohl als Krimi, Liebesgeschichte, Satire oder Familiengeschichte eingeordnet werden könnte, beschreibt vor allem das zugleich von Eifersucht und familiärer Liebe und Fürsorge bestimmte Verhältnis der Schwestern in einer patriarchal bestimmten Gesellschaft. Auch wenn mich das ein oder andere Mal die klischeehafte Frauendarstellung der Schwestern (eine hübsch und nicht sehr reflektiert, die andere schlau und ein Mauerblümchen) gestört hat: Ein Buch, das ich nicht gerne aus der Hand gelegt habe, und dessen Ende ich so nicht erwartet habe!

Eine Empfehlung von Lea


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