Die Mitternachtsbibliothek

Die 35-jährige Nora Seed ist am Boden zerstört. Sie hat nie den richtigen Beruf für sich gefunden, den frühen Verlust ihres Vaters hat sie nie überwunden, und der Rest ihrer Familie pflegt keinen Kontakt mehr zu ihr. Vor nicht allzu langer Zeit ist ihre Verlobung in die Brüche gegangen und zu allem Übel stirbt auch noch ihr geliebter Kater. Das ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: Nora beschließt, dass sie nicht mehr leben möchte und nimmt eine Überdosis Antidepressiva.
Doch anstatt zu sterben, findet sich Nora in einer riesigen Bibliothek wieder, in deren unzähligen Regalen in Form von Büchern die Leben stehen, die Nora führen hätte können, hätte sie in ihrem Leben andere Entscheidungen getroffen. In dieser Bibliothek bekommt Nora eine Chance, ihr Leben anders zu gestalten. Mit Hilfe der Bibliothekarin probiert sie eine Version ihrer selbst nach der anderen aus. Dabei erlebt Nora einige Überraschungen: Einmal erwacht sie als Sportskanone in einem Hotelzimmer, einmal inmitten eines Swimmingpools und sogar in der Arktis.

'The Midnight Library' (dt. 'Die Mitternachtsbibliothek') ist ein fantastischer Roman, dessen Protagonistin während des Lesens für mich zu einer guten Freundin geworden ist. Der Autor Matt Haig schafft es, eine tolle, tröstliche und wichtige Botschaft zu senden, die einem als Leser:in einfach nur gut tut.
Das Buch beinhaltet eine klare moralische Komponente, die ich aber noch nie so einfach akzeptieren und sogar in mein eigenes Denken einbauen konnte wie bei diesem Werk! Ich bin dankbar, dass Haigs Lebensweisheiten nicht in einem trockenen Sachbuch, sondern einer witzigen, manchmal melancholischen, aber immer spannenden Geschichte verpackt waren. Bestimmt werde ich noch oft an meine eigene Mitternachtsbibliothek denken und versuchen, vor allem bunte Bücher in die Regale zu stellen.

Eine Empfehlung von Lea


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