Das Porzellanzimmer

"Mehar ist keine so fügsame Fünfzehnjährige, dass sie nicht herauszufinden versucht, welcher der drei Brüder ihr Ehemann ist." Mit diesem Anfangssatz werden die Lesenden direkt in den vielschichtigen Roman hineingezogen.
1929 im ländlichen Punjab. Mehar wird gemeinsam mit zwei anderen minderjährigen Mädchen an drei Brüder verheiratet - doch keine weiß , an welchen. Tagsüber müssen sie unter den strengen Augen der herrischen Schwiegermutter und komplett abgeschottet die Hausarbeit im 'Porzellanzimmer' auf der Farm verrichten - nachts lassen die Ehemänner nach ihren Frauen schicken und treffen sie in kompletter Dunkelheit, in der Hoffnung, einen Sohn zu zeugen. Mehar scheint sich bald sicher zu sein, welcher der drei Brüder ihr Ehemann ist und verliebt sich leidenschaftlich in ihren nächtlichen Besucher. Doch ist es wirklich ihr Ehemann oder ein Schwager?
In einer zweiten Erzählebene entdeckt Mehars Urenkel die Farm und das 'Porzellanzimmer' - während er versucht, seine Heroinsucht zu sheilen, taucht er tief in die Vergangenheit seiner Vorfahren ein. Denn warum ist dieses Zimmer komplett vergittert?

Der britische Autor Sunjeev Sahota erzählt in diesem Roman eindrücklich eine tragische Liebesgeschichte mit politischen und historischen Hintergründen und lässt die Leser:innen an einem wahren Teil seiner eigenen Familiengeschichte teilhaben. Eine sehr eindringliche, gelungene Lektüre, die wunderbar flüssig zu lesen ist!

Empfohlen von Lea


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