0

Buchtipps - Belletristik

Elizabeth ist intelligent. Elizabeth ist schön. Elizabeth nimmt kein Blatt vor den Mund. Elizabeth Zott ist Chemikerin, Wissenschaftlerin durch und durch. Fernsehköchin dagegen ist sie widerwillig, obwohl ihre Sendung boomt und Frauen im ganzen Land in Bann zieht. Als sie Cocktails zubereiten soll, weigert sie sich. Ebenso, wie sie sich vielen Konventionen der 1950-er und 1960-er Jahre widersetzt, die Frauen an Heim und Herd sehen.

1922, New York ächzt unter einem heißen Sommer. Abkühlung versprechen die legendären Partys von Jay Gatsby, dem mysteriösen Gentleman, um den sich allerlei Gerüchte ranken. Wer ist der schöne Unbekannte, auf dessen Partys Alkohol in Massen fließt, Cocktails gereicht werden und Gatsby Champagner ins Haar gerieben wird? Denn anders nimmt er keinen Alkohol zu sich. Jay Gatsby trinkt nicht. Nur so hofft er sein Ziel zu erreichen, Daisy, seine einzige große Liebe, wieder für sich gewinnen zu können.

Mit 72 verschlägt es „den Käpt‘n“ Martin Störtebäcker von Flensburg nach Jamaika. Vor 20 Jahren verloren sich dort die Spuren seines Bruders Christian im Sand. Zurück lässt er seine Kegelfreunde Rutger, Knut, Bendix und Imke. Lasse, der sechste im Bunde, starb erst vor kurzem und ist letztlich für die Reise verantwortlich.

Nainoa ist sieben Jahre alt, als er von einem Ausflugsboot in den Pazifik fällt und bald von mehreren Haien umkreist wird. Alle befürchten das Schlimmste, doch der größte Hai trägt ihn sanft im offenen Maul zu seiner Mutter zurück – eine Legende ist geboren. Nainoas Familie gehört nicht zu den Reichen auf Hawaii, und als die Zuckerrohrindustrie zusammenbricht, haben sie mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Was sie als Gunstbeweis der alten hawaiianischen Götter gedeutet haben, weicht mit der Zeit der harschen Realität.

Anna ist auf dem Weg nach oben. Ihr Instrument ist ihre Stimme, sie studiert Operngesang in London. Um sich Leben und Studium leisten zu können, jobbt sie als Jazzsängerin in einer Hotelbar. Dort lernt sie Max kennen, vermögend, getrennt lebend und deutlich älter als sie. Sie gehen miteinander Essen und haben Sex miteinander, denn Max will nur Spaß. 

Marek Olsberg hat es geschafft. Er ist ein international gefeierter Starpianist, heute tritt er mit Beethovens Hammerklaviersonate in der Berliner Philharmonie auf.  Aber das Konzert entwickelt sich nicht so, wie vom Publikum erhofft. Es gerät „aus den Fugen“, denn der Pianist beendet es vorzeitig.

Der neunjährige Eric sieht das Klavier seiner Schwester als unerwünschten Eindringling, da er die schiefen Klänge, die seine Schwester aus dem Musikinstrument presst, nicht leiden kann. Bis er eines Frühlingsnachmittags seine Tante Aimée darauf spielen hört und so von ihren sanften Tönen verzaubert wird, dass er sie fragt „Was war das?“ und Aimée antwortet: „Natürlich Chopin.“ Eric lässt die Musik nicht mehr los, er verlangt nach Musikunterricht. Doch auch nach Jahren des Übens vermag Eric dem Instrument nicht jene überirdischen Klänge zu entlocken.

Eine Faserarchäologin in einem Greifswalder Museum. Ein Fischerteppich mit einem irritierenden Farbspiel. Eine Teppichreparaturwerkstatt in Zagreb. Ein Neuanfang in Schweden. Ein anderer in Trieste. Menschen und Teppiche, die miteinander verknüpft, verknotet und verbunden sind. Das sind die wichtigsten Ingredienzen in Karin Kalisas neuem Roman "Fischers Frau". 

Marie wuchs in den 1960-er Jahren in einem Wallfahrtsort auf. Ihre Mutter stammte aus einer Pilgerherberge. Ihr Leben kreiste um den Glauben, woran auch ihr Gatte nichts ändern konnte. Er war der erste Mann, der sich um sie bemühte und ihre erste Leidenschaft, die sie jedoch - mangels Aufklärung - überforderte und sich in Prüderie verwandelte. Nähe und Körperlichkeit erschreckten sie so sehr, dass sie sie fortan unterdrückte. Kein Wunder, dass das Verhältnis zu ihrer Tochter ambivalent bleib.

'Open water' (Deutsch: 'Freischwimmen') von Caleb Azumah Nelson handelt von Freundschaft. Von Freundschaft und der größten Liebe überhaupt und wie diese beiden Dinge miteinander verbunden sind. Von Kultur, von Musik und der Connection, die diese Dinge zwischen Menschen erzeugen können.